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Kahty Reichs: Totgeglaubte leben länger

TotgeglaubteBuch-Kritik
 Pfeil "Kathy Reichs" mit ihrer praktisch autobiographischen Heldin, der forensischen Anthropologin Temperance Brennan, gehört zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen. Ich finde es einfach überaus faszinierend, wie sie aus ein paar alten - oder auch neueren - Knochen ganze Geschichten, Ereignisse und Vorfälle herauslesen kann. Dabei fesselt mich immer wieder die Tatsache, dass "Kathy Reichs" ja keine Schreiberin ist, die sich die Sachen ausdenkt, sondern echte Fälle, die sie erlebt und bearbeitet hat, sozusagen in Roman-Form dokumentiert. "Kathy Reichs" erklärt ihre Vorgehensweise folgendermaßen: "Die meisten Romane mit meiner Heldin Temperance nehmen ihren Ursprung in einer Vermischung meiner realen forensischen Fälle. Ich fange an mit dem Skelett eines Kindes, das auf einem Acker gefunden wurde, gebe ein Körperteil hinzu, das im Keller eines Hochhauses gefunden wurde, und vermenge dann alles.

Die vorliegende Geschichte begann mit Ausrissen aus der Boulevardpresse, einem Schwarzweiß-Photo, einem ganzen Stapel schlechter Fotokopien, und einer sehr merkwürdigen Geschichte." Denn ihr Roman "Totgeglaubte leben länger" basiert auf einem sehr realen Hintergrund. Der israelische Archäologe Yigael Yadin hat Mitte der 60er Jahre tatsächlich in einer Höhle nahe dem israelischen Heiligtum Masada fünfundzwanzig Skelette gefunden. Und er hat diesen Fund tatsächlich totgeschwiegen. Die Gründe dafür hat man nie erfahren. Dreißig Jahre später ist tatsächlich plötzlich das Foto eines einzelnen, vollständigen Skelettes aus dieser Höhle aufgetaucht. Doch Nachforschungen laufen ins Leere - es gibt keine Berichte darüber, aus den Ausgrabungsbüchern fehlen die entsprechenden Seiten.
Im Sommer 2000 wird im Hinnon-Tal bei Jerusalem tatsächlich ein Grab entdeckt, bei dessen Untersuchung man zu dem Schluss kommt, dass es sich möglicherweise um das Familiengrab der Familie Jesu Christi handeln könnte. Mitochondriale DNS-Untersuchungen der Knochen ergeben tatsächlich, dass die dort gefundenen Skelette fast alle miteinander verwandt sind. Und dass eines der Skelette tatsächlich an der Ferse Spuren einer Kreuzigung trägt. Tja - vielleicht stimmt Dan Browns kühne Behauptung im "Da Vinci Code" also doch, dass Jesus nicht nur Geschwister hatte, sondern verheiratet war und selbst Kinder zeugte, die Kreuzigung überlebte und erst im hohen Alter friedlich starb.
Bekommen Sie jetzt eine Gänsehaut? Ich bekam sie, und konnte mit dem Lesen von "Totgeglaubte leben länger" nicht mehr aufhören. Denn "Kathy Reichs" legt ihrem Roman - im Gegensatz zu Dan Brown - Tatsachen zugrunde, und das macht die Geschichte so atemberaubend. Auch bei "Kathy Reichs" gibt es Mord und Totschlag, heimliche Verfolgungen und hinterhältige Angriffe, Verleumdungen und bösartige Lügen, die ganze Palette, die aus einer Dokumentation einen spannenden Roman macht. Wir begleiten Tempe Brennan nach Israel, klettern in tiefe Gräber, entdecken hochinteressante Skelette, verteidigen sie gegen ultraorthodoxe Juden, versuchen geldgierigen Beamten und raffinierten Leichendieben zuvor zu kommen, und müssen dabei immer um unser Leben fürchten. Aber während man bei Dan Brown immer "vielleicht stimmt es" dachte, kann man bei "Kathy Reichs" und "Totgeglaubte leben länger" immer nur denken "das sind ja wirklich Tatsachen". Die Schlussfolgerung bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Aber an was soll man da eigentlich noch zweifeln ...?
Fazit: Der neue "Kathy Reichs" Roman "Totgeglaubte leben länger" ist ein echter "Nägelbeißer", ein "eigentlich müsste ich schon längst schlafen", ein "ich kann einfach nicht aufhören" Thriller. Einfach genial!
Julia Edenhofer

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Wertung: 10 von 10

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