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Jeffrey Deaver: Das Teufelsspiel

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 Pfeil Thompson Boyd saß an dem Internetzugang eines Fotokopierladens in Downtown und hatte die Website eines örtlichen Fernsenders aufgerufen, deren Nachrichtenteil alle paar Minuten aktualisiert wurde.
Die Überschrift der Meldung, die er las lautete:
MUSEUMSANGESTELLTER ERSCHOSSEN;
ZEUGE DES ÜBERFALLS AUF EINE SCHÜLERIN
Boys stieß einen fast lautlosen Pfiff aus und betrachtete das zum Artikel gehörende Foto, auf dem der leitende Bibliothekar, den er vor kurzem getötet hatte, vor dem Museum stand und mit einem uniformierten Polizisten redete. Die Bildunterschrift besagte: Dr. Donald Barry kurz vor seiner Ermordung im Gespräch mit der Polizei.
Aufgrund ihres Alters wurde Geneva Settle nicht namentlich genannt, doch es hieß, sie sei Schülerin einer Highschool in Harlem. Thompson nahm die Information dankbar zur Kenntnis; er hatte nicht gewusst, in welchem Stadtbezirk das Mädchen wohnte. Dann stöpselte er sein Mobiltelefon in den USB-Port des Computers ein, übertrug das Foto, das er von dem Mädchen geschossen hatte, auf die Festplatte des Rechners und schickte es an eine anonyme E-Mail-Adresse.
Er beendet die Onlinesitzung, zahlte - selbstverständlich in bar - seine Gebühr und schlenderte den unteren Teil des Broadway entlang, ganz in der Nähe der Wall Street. An einem Stand kaufte einen Kaffee, trank die Hälfte, schob dann die gestohlenen Mikrofiches in den Pappbecher, setzte den Deckel wieder auf und warf alles in einen Abfalleimer.
An einer Telefonzelle blieb er stehen und schaute sich um. Niemand schenkte ihm auch nur die geringste Beachtung. Er wählte eine Nummer. Die Mailbox meldete sich nicht mit einer Ansage, nur mit einem Piepton. "Ich bin’s. Die Settle-Situation ist noch nicht geklärt. Sie müssen für mich herausfinden, auf welche Schule sie geht oder wo sie wohnt. Sie ist Schülerin einer Highschool in Harlem, mehr weiß ich nicht. Ich habe Ihnen per E-Mail ein Foto von ihr geschickt … Ach, eines noch. Falls Sie Gelegenheit haben, sich selbst um sie zu kümmern, sind für Sie weiter fünfzigtausend drin. Rufen Sie mich an, sobald Sie diese Nachricht erhalten. Dann besprechen wir die Einzelheiten." Thompson nannte die Nummer des Apparats, vor dem er stand, und legte auf. Er trat zurück, verschränkte die Arme und wartete. Dabei pfiff er leise vor sich hin. Schon nach den ersten Takten von Stevie Wonders "You Are The Sunshine Of My Life" klingelte das Telefon.
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