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Peter Robinson: Eine seltsame Affäre
Umschlagtexte  In
einer warmen Sommernacht ist eine junge attraktive Frau in einem
blauen Peugeot unterwegs nach Norden. Zur gleichen Zeit hinterlässt
ein verzweifelter Mann einen Notruf auf der Mailbox seines Bruders.
Bei Sonnenaufgang ist die junge Frau tot und der Mann verschwunden.
Und alle Spuren führen zu Alan Banks.
"Wenn Sie noch keinen von Peter Robinsons exzellenten Krimis
gelesen haben: Was um alles in der Welt hält Sie davon ab?" MIAMI
HERALD
"Peter Robinson ist ein Meister der leisen Spannung." DER TAGESSPIEGEL
"Die Alan-Banks-Krimis sind zurzeit die beste Serie auf dem
Markt … Lesen
Sie einen und sagen Sie mir, ob ich Unrecht habe." STEPHEN KING
Eines frühen Morgens wird auf einer stillen Landstraße
unweit von Eastvale eine junge Frau erschossen in ihrem Wagen aufgefunden.
Sonderbarerweise trägt sie die Adresse von Chief Inspector Alan
Banks bei sich. Annie Cabbot, die mit dem Fall betraut wird, will
Banks, der sich seit dem Feueranschlag auf sein Leben immer noch
im Genesungsurlaub befindet, dazu befragen. Doch Banks ist eigenartigerweise
nirgendwo aufzufinden.
In der Nacht zuvor hatte Banks eine Nachricht seines Bruders Roy
auf der Mailbox vorgefunden. Roy klang verzweifelt und wollte ihn
dringend sprechen. Doch als Banks versucht, ihn zu erreichen, geht
sein Anruf ins Leere. Banks ist beunruhigt und fährt nach London,
in der Hoffnung, ihn dort aufzuspüren. Denn ihm schwant Böses:
Trotz Roys beruflicher Erfolge hatte er schon lange vermutet, dass
Roys Weste nicht ganz weiß war.
Annie beginnt, im Fall der ermordeten jungen Frau zu ermitteln -
und Banks versucht parallel dazu, seinen Bruder zu finden. Doch ohne
Erfolg. Nur eines wird klar: Beide Fälle gehören zusammen.
Und es ist an Alan Banks, das Rätsel um die tote Frau und seinen
verschwundenen Bruder zu lösen.
"Peter Robinson", geboren in Yorkshire, lebt seit über zwanzig
Jahren in Toronto, Kanada. Er feiert mit seiner Serie um den sympathischen
und sehr menschlichen Inspector Alan Banks diesseits und jenseits
des Atlantiks große Erfolge und hat zahlreiche Preise gewonnen.
Für den zehnten Band der Serie um Alan Banks, "In einem
heißen Sommer", erhielt er den Anthony Award, und war
für den wichtigsten Krimipreis, den EDGAR AWARD, nominiert.
Darüber hinaus wurde der Roman von der New York Times zu einem
der wichtigsten Bücher des Jahres gekürt. "Eine seltsame
Affäre" ist der 15. Fall der Serie.
Leseprobe Corinne
brauchte nicht lange, um die CD in den Computer einzulegen und
das Inhaltsverzeichnis aufzurufen. Die Icons zeigten JPEHs: insgesamt
1232. Manche hatten lediglich eine Nummer, andere waren mit "Natasha", "Kiki" oder "Kayla" betitelt.
Corinne öffnete die Bildverarbeitung und startete die Diaschau.
Banks sah ihr über die Schulter, die Hand auf der Rückenlehne
des Stuhls. Dann erschienen Bilder auf dem Monitor. Das erste zeigte
eine nackte Frau mit dem erigierten Penis eines Mannes im Mund
und Sperma am Kinn, sie hatte einen benommenen Gesichtsausdruck.
Auf dem nächsten war derselbe Mann zu sehen, der die Frau
von hinten nahm, ihre Miene heuchelte Ekstase. Dann kamen mehrere
Fotos eines äußerst attraktiven blonden Mädchens
in verschiedenen Phasen der Entkleidung und offenherzigen Stellungen.
Das reichte.
Corinne unterbrach die Diaschau und ließ die CD auswerfen. "Ich
schätze mal, das zeigt bloß, dass Roy nicht viel anders
ist als die meisten Männer", sagte sie und entfernte
sich vom Computer. Banks sah, dass sie rot geworden war. Sie gab
ihm die CD zurück. "Die möchten Sie vielleicht behalten."
"Ist das alles, was drauf ist?" fragte er.
"Ich werde nicht 1232 Dateien öffnen, gehe aber davon aus,
dass Sie richtig liegen. Sie können sich natürlich gerne
alle ansehen, aber nicht hier, wenn Sie gestatten. Ich finde solche
Sachen ein wenig erniedrigend. Um nicht zu sagen beleidigend."
Na, den Versuch war es wert gewesen, dachte Banks. Auch wenn er überhaupt
nichts gegen Fotos von nackten Frauen hatte, weder allein noch
mit Partnern, kannte er die schmutzige Seite der Pornoindustrie
gut genug, um zu wissen, wie schlimm sie sein konnte, insbesondere
wenn Kinder beteiligt waren. Soweit er gesehen hatte, wirkte Roys
Sammlung ganz unschuldig, die Mädchen waren volljährig,
wenn auch relativ jung. Irgendwie fühlte sich Banks durch
die Entdeckung, dass Roy auch nur ein Mensch war, seinem Bruder
etwas näher. Das kleine Ferkel! Wenn das die Mutter wüsste!
Aber dann schaltete sich sein Polizeigehirn ein. Wenn Roy diese
Fotos nicht aus dem Internet herunter geladen, sondern selbst mit
einer Digitalkamera aufgenommen hatte, dann konnte er in anrüchige
Geschäfte verwickelt sein.
Leseprobe:
Ullstein
Ich
muss zu meiner Schande gestehen, dass "Eine seltsame Affäre" der
erste Alan-Banks-Krimi von "Peter Robinson" ist, den
ich gelesen habe. Aber ich werde mir die vorherigen 14 anderen
Bände unter Garantie möglichst bald zu Gemüte führen.
Denn "Peter Robinson" hat genau die Schreibe drauf, die
ich besonders gerne mag: Ruhig, aber nicht langweilig, detailliert,
aber nicht ausufernd, spannend, und diese Spannung steigert sich
im Laufe der Geschichte immer mehr, bis man das Buch einfach nicht
mehr aus der Hand legen kann. "Peter Robinsons" Krimi-Star
Chief Inspector Alan Banks ist einer jener Polizeibeamten, die
tatsächlich menschlich sind, die Fehler und Ecken und Kanten
haben, die absolut nicht perfekt sind, und die gerade deswegen
so besonders sympathisch und verständlich wirken. Die Geschichte
von "Eine seltsame Affäre" ist kniffelig. Wie Alan
Banks landet auch der Leser immer wieder auf der falschen Spur,
versucht - wie Allan Banks Kollegin und Ex-Geliebte Annie Cabbot
- die losen Enden irgendwie und irgendwo verknüpfen zu können,
und liegt doch immer wieder knapp daneben. Ich liebe Krimis, in
denen ich die Auflösung tatsächlich mitverfolgen kann,
und wo nicht aus dem Nichts plötzlich die Lösung auftaucht,
weil man die Hälfte einfach nicht gesagt bekommen hat. Diese
Gefahr besteht bei "Peter Robinson" und "Eine seltsame
Affäre" nicht. Da kann jeder mit Vergnügen miträtseln,
und sich manchmal auch über das Brett wundern, das nicht nur
Alan Banks ab und zu vor dem Kopf hat. Wie gesagt, hier geht es
sehr menschlich zu. Und man braucht auch die vorherigen 14 Bände
nicht unbedingt zu kennen, um der Geschichte folgen zu können.
Fazit:
Der Krimi "Eine seltsame Affäre" von "Peter
Robinson" ist ein Polizei-Roman, der fesselt, amüsiert,
anmacht und wie hypnotisch zum Weiterlesen zwingt. Beste und spannende
Unterhaltung ist hier garantiert.
Julia Edenhofer
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Julia
Edenhofer für Literaturkritiken.de, 17.08.07
verlegt
bei Ullstein
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