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Schönheitskorrekturen
Eva Reichmann
Buch-Kritik
Was
sich wie ein Krimi mit unheimlich vielen und unheimlich verwirrenden
Handlungssträngen anhört, ist ein Krimi mit unheimlich
vielen und unheimlich verwirrenden Handlungssträngen. Es ist
dem schriftstellerischen Geschick der Autorin "Eva Reichmann" in
ihrem Roman "Schönheitskorrekturen" zuzuschreiben,
dass zum einen die diversen Schauplätze durch ihre jeweils trefflich
beschriebenen "Kriminaler" leicht auseinander zu halten
sind. Und dass zum anderen die vielschichtige Handlung so ungemein
spannend bleibt, dass man am liebsten das ganze Buch auf einmal durchlesen
möchte.
"Eva Reichmann", Jahrgang 1962, stammt aus Salzburg, schloss
ihr Studium der Literaturwissenschaften, Geschichte und Germanistik
mit einem Doktortitel ab, und betreute diese Fächer acht Jahre
lang an der Universität Bielefeld. Kein Wunder also, dass sie
Bielefeld in und auswendig kennt, ebenso natürlich ihre österreichische
Heimat. Beide beschreibt sie in ihrem Roman "Schönheitskorrekturen" mit
gutmütiger und herzlicher Boshaftigkeit, legt mit großer
Treffsicherheit den Finger immer auf die jeweiligen liebenswerten
Schwachstellen. Da werden der deutsche Kaffee und das deutsche Essen
niedergemacht, aber auch die österreichischen Superstinke-Zigarren.
Da amüsiert sie sich über die norddeutsche Steifheit und
Zurückhaltung (wobei alles nördlich von Bayern für Österreicher
ja Norddeutschland ist, wobei alles südlich von Frankfurt für
Norddeutsche der reine Balkan ist), und über den seltsamen Humor
dieser Gegend. Aber auch die österreichische Grantelei und Besserwisserei
kriegen ihr Fett weg. Und dazwischen raufen sich die so unterschiedlichen
Kriminalbeamte auf sehr amüsante und humorvolle und ausgesprochen
spannende Art zusammen und lösen schließlich gemeinsam
einen Fall, der weit in der Vergangenheit seine Wurzeln hat. Wer übrigens
die typisch österreichischen Ausdrücke nicht kennt, die "Eva
Reichmann" gerne und ausgiebig benutzt - in den Fußnoten
werden sie ausführlich erklärt!
Fazit: "Schönheitskorrekturen" von "Eva Reichmann" ist
ein sehr lesenswerter Krimi, der mir vor allem durch die lebendige
und anschauliche Schreibe der "Eva Reichmann" ausgesprochen
gut gefallen hat. Da ich Südafrika sehr gut kenne, und mich
auch schon mal in Bielefeld umgesehen habe, kann ich nur sagen, dass "Eva
Reichmann" in ihrem Roman "Schönheitskorrekturen" eine
wirklich treffende Beschreibung von Land, beziehungsweise Stadt,
und Leuten abgegeben hat. Lediglich das farbige Personal der Hotels
und Lodges, und die Wildhüter drücken sich nicht ganz so
gewählt aus.
Julia Edenhofer
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Umschlagtext
Leseprobe
Julia
Edenhofer für Literaturkritiken.de, 30. Dezember 2005
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