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Schatten im Wasser
Stefanie Gercke
Stefanie
Gercke hat selbst in Afrika gelebt und weiß genau, wovon sie
schreibt. Lustvoll und in opulenten Bildern und Vergleichen beschreibt
sie das Land, dass auch jemand, der nicht so gut über Afrika
Bescheid weiß, sich in die Landschaften und jeweiligen Stimmungen
hineinträumen kann.
> ausführliche Kritik >
Inhalt
Afrika: eine dunkel lockende Welt, wie Tania Blixen unvergessen schrieb.
Und in der Mitte des 19. Jahrhunderts unbekannt und gefährlich.
Weiße Frauen aus so genanntem standesgemäßem Hause
hatten dort nichts zu suchen. Doch die unangepasste, jugendliche
Catherine le Roux kann sich der Anziehungskraft nicht entziehen.
In Deutschland aufgewachsen, verschlägt es sie nach dem Tod
ihres Vaters nach Kapstadt. Dort angekommen, lernt sie den deutschen
Auswanderer Johann Steinach kennen, der ihr mit seiner Farm in Zululand
imponiert und in den sie sich verliebt. Sie heiraten.
Als sie nach vier Tagen Pferderitt von Durban entfernt endlich sein
Anwesen erreichen, begreift sie, was es heißt, im "Land,
das Himmel heißt" zu leben: völlige Abgeschiedenheit,
eine überwältigende Natur, herzliche Menschen beider Hautfarben,
wilde Tiere, harte Arbeit und jeden Tag eine neue Katastrophe, die
es zu überstehen gilt. Die Farm in der Provinz Natal ist zunächst
nicht mehr als ein winziges Lehmhaus, die stolzen und unabhängigen
Zulus lassen sich nicht zur Landarbeit verdingen, und zum Abendbrot
gibt es Hühnchen, das sich kurz vorher eine Schlange einverleibt
hat.
Autorin
Die Auswanderertochter Stefanie Gercke, die von sich sagt, "mein
Urvertrauen ist schwarz", schildert in ihrem neuesten Roman
ein Stück Südafrika, das heute leider nicht mehr existiert:
Als die Könige von Zululand noch die unumschränkten Herrscher
waren und die ersten, wenigen weißen Einwanderer sich in eine
unbekannte Welt wagten. Die Liebesgeschichte zwischen Catherine und
ihrem Mann sowie dem gefürchteten Elfenbeindieb Konstantin von
Bernitt spielt zwischen 1849 bis 1857. Nach ihrem jüngsten Bestseller "Ein
Land, das Himmel heißt" (2003) erzählt Stefanie Gercke
hier die Vorgeschichte der Familien Steinach und von Bernitt und
wie alles auf der Farm Inqaba begann.
Stefanie Gercke wurde 1941 in Afrika auf einer Insel des Bissago
Archipels vor Guinea Bissau als erste Weiße geboren und von
den Bissagos in ihren Stamm aufgenommen. Nach Schuljahren in Lübeck
und Hamburg wanderte Stefanie Gercke mit zwanzig Jahren nach Südafrika
aus, heiratete dort und bekam zwei Kinder. Politische Gründe
zwangen sie und ihre Familie 1968 zur Ausreise. Sie waren als Kritiker
der Rassentrennung bespitzelt worden, und ihr Mann wurde vom Sicherheitsdienst
eine Woche lang im Gefängnis festgehalten. 1974 konnten sie
wieder zurückkommen, reisten aber 1978 heimlich aus, um zu verhindern,
dass ihre Söhne zum Kriegsdienst zwangsverpflichtet wurden.
Erst 1994, unter der Regierung von Nelson Mandela, konnte Stefanie
Gercke zurückkehren. Ihr Status als "Prohibited Immigrant" war
aufgehoben worden. Heute lebt die Bestsellerautorin jedes Jahr für
mehrere Monate am Kap und den Rest des Jahres mit ihrer großen
Familie bei Hamburg.
Bisher erschienen: "Ich kehre zurück nach Afrika" (1998), "Ein
Land, das Himmel heißt" (2003).
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