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Adrian Naef
Nachtgängers Logik
Journal einer Odyssee
Wo
ein Schatten sich abzeichnet, da muss viel Licht sein: Adrian Naef erzählt
eindrucksvoll von seinem Tauchgang ins Nichts.
> ausführliche Kritik >
Das Buch
Eine Depression kann aus heiterem Himmel kommen: Die Normalität kippt um
in die Logik des Nachtgängers. Auf einmal geht selbst ein vormals im prallen
Leben stehender Mensch wie Adrian Naef auf der Schattenseite. Alles ist
noch da; nichts davon gilt mehr. Ein Spießrutenlaufen durch die Hölle des
Alltags beginnt. Panikattacken, Dämonen und Gestalten von biblischem Ernst
umzingeln den Nachtgänger. Die Apokalypse vor Augen, beginnt ein Seelenwinter,
aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint: An Depression zu leiden zerreißt
den Zusammenhang mit allem, was einem vertraut und lieb war. Kaum einer
kann zum Leidenden vordringen, Hilfsangebote bestätigen ihm nur, dass die
Welt aus den Fugen ist. Doch wo sitzt dieser Teufel - im Therapeuten, im
eigenen Verstand, in einem unsoliden Detail der Lebensgeschichte?
Adrian Naef liefert ein eindringliches Protokoll eines Kampfes mit einer
schweren Depression. Drei Jahre war er ins Dunkel abgetaucht, hat dabei
beobachtet, "wie die Nacht möbliert ist, wo Klippen und Sümpfe lauern, wie
man Kloaken am Geruch ortet", hat mit der Depression gerungen - und ihr
etwas abgerungen: ein Buch über die Dunkelheit, "kunstvoll, wie die Depression
in ihrer fortgesetzten Herstellung von Unleben ist: Diesen Text könnte sie
nicht geschrieben haben, denn er ist lebendig, witzig, auch heiter. Hier
sieht sie, die Graumalerin, ihre Motive in Farbe."
Adolf Muschg
Der Autor
Adrian Naef, geboren 1948 in Wallisellen (Schweiz), lebt in Zürich. Nach
dem Studium der Ökonomie arbeitete er in der Jugend- und Erwachsenenbildung,
als Religionslehrer, Journalist, Musiker und Schauspieler, als Körpertherapeut,
Spitalpädagoge und Bildredakteur.
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