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Frank Schätzing: Mordshunger
Umschlagtexte  Vom
Autor überarbeitete und aktualisierte Ausgabe. Mit neuen Rezepten
von 14 mordsguten Kölner Küchenchefs.
"Mordshunger" haben sie alle. Inka von Barneck auf Sex, Fritz
von Barneck auf Geld und noch mehr Geld, Max Hartmann auf die Rolle
seines Lebens, Romanus Cüpper auf alles, was essbar ist, und
die Löwen im Kölner Zoo auf Abwechslung. Dann ist Inka
plötzlich tot, und alle bekommen ihren Willen. Nur ganz anders,
als sie dachten.
"Ein spannend-geistreicher Krimi, delikat"
EXPRESS
"In "Mordshunger" erweist sich Schätzing als
ebenso witziger wie fantasiebegabter Erzähler. Bis zum Schluss
wird der Leser an der Nase herumgeführt."
KÖLNER STADT
ANZEIGER
"Spannend vom Anfang bis zum Ende kann es passieren, dass der
Leser während der Lektüre einen "Mordshunger" bekommt."
NEUE
WESTFÄLISCHE
"Kurzweilige Lektüre mit einem rasanten Finale."
KÖLNISCHE
RUNDSCHAU
Mit durchschnittener Kehle wird die reiche Unternehmergattin Inka
von Barneck in ihrer Kölner Luxuswohnung aufgefunden. Genau
das, was Kommissar Romanus Cüpper braucht, nachdem ihn soeben
seine Freundin verlassen und so ziemlich die gesamte Wohnungseinrichtung
- außer Cüppers geliebter Küche - mitgenommen hat.
Die Spurensicherung stößt auf keinerlei eindeutige Anhaltspunkte,
und so nimmt die langwierige Ermittlungsarbeit ihren Lauf. Die Tote,
so finden Cüpper und sein Assistent Rabenhorst heraus, war ausgesprochen
unbeliebt, da sie ihre Mitmenschen rücksichtslos zu manipulieren
und auszunutzen pflegte. Entsprechend hoch ist die Zahl der Verdächtigen:
der entfremdete Ehemann, die nicht eben liebende Tochter, die Geschäftspartnerin
Astrid Hasling, die Inka von Barneck auch nichts Gutes wollte. Die
Liste ist lang und komplizier. Cüpper steht vor einem gordischen
Knoten aus möglichen Motiven und Alibis, bis ihm ein Gespräch
kurz vor der Testamentseröffnung den entscheidenden Hinweis
liefert …
Leseprobe
Astrid
Hasling war weiß wie eine Wand. Zitternd saß sie
in Cüppers Büro und riss mit dem Daumennagel die Finger
ihrer rechten Hand wund, während die linke bemüht war,
eine Tasse zu halten.
Die ganze Zeit über hatte sie leise geweint. Jetzt starrte
sie mit geröteten Augen vor sich hin und schwieg.
Weder Rabenhorst noch Cüpper hatten nach der Verhaftung etwas
aus ihr herausbekommen. Sie gestand nicht und leugnete auch nichts.
Alles, was sie tat, war, einen Kaffee nach dem anderen in sich
hineinzustürzen, zu schluchzen und dann wieder still dazusitzen.
Es war, als habe sie mit allem abgeschlossen, als sei die Frage
nach der Schuld angesichts ihres vernichteten Lebens unwesentlich
geworden. Cüpper fühlte sich an ein kleines Kind erinnert,
das sich die Augen zuhält, um nicht gesehen zu werden. Sie
tat ihm leid.
Krüger kam herein und flüsterte ihm etwas zu. Cüpper
nickte und fasste Astrid sanft bei den Schultern.
"Ich habe die Ergebnisse der Blutuntersuchung und der Fingerabdrücke
bekommen", sagte er leise. "Es sind Ihre Abdrücke
auf dem Messer, und das wissen Sie genau. Ihr Blut am Türrahmen
und an den Scherben. Astrid, es ist vorbei. Sagen Sie uns, was
passiert ist. Mhm?"
Sie hob den Blick zu ihm und öffnete den Mund. Dann schüttelte
sie heftig den Kopf und begann wieder zu weinen.
"Warum haben Sie es überhaupt getan?", fragte Rabenhorst
etwas zu laut. Cüpper warf ihm einen strafenden Blick zu,
Rabenhorst zuckte schuldbewusst zusammen und ging zum Fenster.,
Astrid zerfetzte weiterhin das Nagelbett ihres Zeigefingers. Sie
schien den Schmerz nicht zu spüren. Als Cüpper sah, dass
ihre Finger zu bluten begannen, nahm er ihre Rechte in die seine.
"Je eher Sie es uns erzählen, desto besser."
"Nein", wimmerte sie.
Cüpper seufzte. Wie er solche Augenblicke hasste, "Es
hat doch keinen Sinn. Was wollen Sie uns noch verschweigen? Warum
quälen Sie sich, anstatt Ihrem Herzen endlich Luft zu machen?"
"Nein."
"Sie werden sich danach besser fühlen."
"Nein." Ihr Atem ging stoßweise. Schockreaktion, dachte
Cüpper. Besser, wir hören auf.
"In Ordnung, ruhen Sie sich aus. Wir reden später miteinander."
"Nein!"
"Später, Frau Hasling."
"Nein!" Fast schrie sie das Wort. Ihre Hände krallten
sich in Cüppers Hemd und zogen rote Spuren. Er nahm ihre Handgelenke
und drückte sie zurück nach unten.
"Ruhig, Astrid", sagte er warnend. "Bleiben Sie …"
Astrid Hasling riss sich los, sprang auf und taumelte zum Fenster.
Fast gleichzeitig waren Rabenhorst und Cüpper bei ihr, um
sie aufzuhalten. Als Cüpper sie zu sich herumriss, wusste
er, dass die Krise nicht mehr aufzuhalten war. Ein Beben lief durch
ihren Körper, dann brach sie zusammen.
Leseprobe:
Goldmann
Wer "Frank
Schätzings" grandiosen Welterfolg "Der Schwarm" gelesen
hat, dem kommt "Mordshunger" wie eine nette kleine Fingerübung
vor. "Mordshunger" war "Frank Schätzings" erster
Roman, den er drei Jahre vor "Tod und Teufel" schrieb,
der aber, verwirrenderweise, erst nach "Tod und Teufel" veröffentlicht
wurde. Da sich einiges in "Mordshunger" nicht nur um
Mord sondern tatsächlich auch um Hunger und das daraus resultierende
Essen dreht, hat Frank Schätzing, als echter kölscher
Jung, natürlich etliche Restaurants seiner Heimatstadt Köln
darin verewigt. Doch seit der Fertigstellung von "Mordshunger" genau
am 22. März 1991 und heute sind nicht nur fast zwei Jahrzehnte
vergangen, auch an Kölns Lokalen hat der Zahn der Zeit genagt. "Schätzing" schreibt
dazu im Vorwort zu "Mordshunger": "Beispielsweise
gibt es von den Restaurants, die Kommissar Cüpper in der Erstausgabe
frequentierte, nur noch knapp die Hälfte. Von denen wiederum
haben einige den Besitzer gewechselt, nicht unbedingt zu ihrem
Vorteil. Der Spaß an "Mordshunger" verdankte sich
maßgeblich der Verfressenheit des Kommissars, weshalb man
das Buch auch als Führer durch die Kölner Gastronomie
und als Kochbuch benutzen konnte - eigens für "Mordshunger" kreierten
mehrere Kölner Küchenchefs damals Rezepte. Bloß,
was nützen Ihnen Originalschauplätze, die heute keine
mehr sind? Heißhungrig ein vollmundig beschriebenes Restaurant
aufzusuchen, um sich vor einer Boutique oder einem Fachgeschäft
für Stützstrümpfe wieder zu finden, dürfte
Ihnen den Spaß eher verleiden. Also ging ich daran, "Mordshunger" für
die vorliegende Ausgabe zu aktualisieren …". Ob es dem
Buch gut getan hat - außer, dass es die angeführten
Lokale tatsächlich noch gibt - kann ich nicht beurteilen,
weil ich das Original nicht kenne. Aber für mich ist "Mordshunger" das
Erstlingswerk eines Schriftstellers, der sich langsam aber sicher
nach ganz oben geschrieben hat. "Mordshunger" von "Frank
Schätzing" ist ein netter kleiner Krimi, eher behäbig,
ruhig und recht amüsant geschrieben, der aber schon ahnen
lässt, dass da durchaus ein Talent am Werk ist. Die Geschichte
als solche ist ziemlich verwickelt, aber "Schätzing" schafft
es, alle losen Enden am Schluss doch zu einem einigermaßen
logischen Knoten zu fassen.
Fazit: Der Roman "Mordshunger" von "Frank Schätzing" ist
ein durchaus spannender und unterhaltsamer kleiner Krimi mit einem
großen Schuss Witz, der sich angenehm und problemlos lesen
lässt. Was mir gut gefallen hat sind die 14 Rezepte, die am
Schluss enthalten sind, und die alle sehr lecker klingen und auch
für einfache Köche zu Hause nachzukochen sind. Julia Edenhofer
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Edenhofer für Literaturkritiken.de, 02.09.07
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