Das Buch  Leseprobe  Einschätzung

Körperfluchten
David Grand

 Körperfluchten Buch-Kritik
 Pfeil Eine Stadt in den USA der Zwischenkriegszeit. Victor Ribe wird überraschend vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, in dem er für einen Mord einsaß, den er nicht begangen hat. Er erfährt, dass sein Vater bei einer Explosion im Gebäude einer Munitionsfabrik ums Leben kam. Wer hat seine Freilassung bewirkt und wer steckt hinter dem Tod seines Vaters?
Freddy Stillman, ein ehemaliger Kriegskamerad von Victor, nimmt ihn unter seine Fittiche. Aber Freddy hat selbst Probleme. Er hat den Mord an einer jungen Frau beobachtet, die auf einmal verschwunden scheint - bis dann plötzlich doch eine Leiche auftaucht.
Faith Rapaport, eine ehrgeizige junge Reporterin, bekommt den Hinweis, dass ihr Vater Sam vor Jahren doch keinen Selbstmord begangen hat, sondern ermordet wurde. Jetzt will sie den Fall klären und die Verantwortlichen hinter Gitter bringen.

Dies sind nur drei von sehr vielen Figuren, die David Grand in seinem Roman "Körperfluchten" kollidieren lässt in einem Netz aus Lügen, Verschwörungen und dunklen Machenschaften. Es sind so viele, dass sie zu Beginn des Romans in Kurzbeschreibungen vorgestellt werden wie in einem Theaterstück. Die durchaus aktuelle Verschwörungsthematik, hier wird sie transportiert in die Zeit der Prohibition und der blühenden Korruption. Was solcherart ein durchaus interessanter Plot hätte werden können, wird leider durch die allzu konservative Umsetzung zu einer platten Gangstergeschichte.

David Grand beschränkt sich auf die stilistischen Mittel des klassischen Gangster-Romans. Die Fiesen sind alles besonders fies, sie sehen fies aus und sie sprechen nicht viel, und wenn sie sprechen, dann die üblichen Worthülsen: "Zieh dir den Mantel an, Feldman, bevor ich dich von diesem Penner hier in die Küche bringen lasse, damit er dir zeigt, was man alles mit einem Transchiermesser anstellen kann!"
Die junge Reporterin ist vom Ehrgeiz getrieben und von der Liebe zu ihrem Vater, der natürlich ein ebenso brillanter Journalist war wie sie. Die Männer sind allesamt getrieben von der Liebe zu einer Frau; meistens ist es die Ex, aber auch mal eine etwas beschränkte, aber süße Tänzerin aus einem Nachtlokal. Natürlich haben die Frauen entweder rotes (durchtrieben! gefährlich!) oder blondes (naiv!) Haar, und alle sind sie natürlich die eigentlich besseren Menschen, weil sie nicht so gefühlsmäßig blockiert sind wie die Männer.

Das alles soll ein Spiel mit den Traditionen des Noir-Krimis sein. Aber lieber sollte man solch ein Buch verfilmen, dann hätte man möglicherweise anderthalb Stunden einfache Unterhaltung im Kinosessel. So muss man sich durch quälend holzschnittartige Dialoge durcharbeiten, die wie eine Abschrift der gängigen Vorabendkrimis wirken.
Tina Manske

Tinas Wertung: 5 von 12
 Gloria  Gloria  Gloria  Gloria  Gloria  Gloria  Gloria  Gloria  Gloria  Gloria  Gloria  Gloria

 Körperfluchten  Button Bestellen
Bestellen bei "Amazon.de"

Lesen Sie auch
Umschlagtext
Leseprobe

 Button Links
Verlegt bei Tropen-Verlag
 Copyright Literaturkritiken.de, Juli 2003
Werbung
 Einkaufen bei: Amazon.de
 
 
 
Werbung
Copyright Texte und Bilder 2001 - 2007 Literaturkritiken.de oder Lizenzgeber, falls angegeben.
Lesen Sie auch:
FilmHai.de: Film, DVD, Kinostarts und Filmstarts