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Der kleine Muck
Buch-Kritik
Wer
gerne zusammen mit den Kleinen den Abend auf dem Sofa verbringt und dabei
die Glotze ausgeschaltet lassen möchte, dem bietet sich eine bemerkenswerte
Alternative: Märchen von Wilhelm Hauff, vertont mit einfühlsamen Sprechern
und interessanter klassischer Musik. "Klassische Musik und Sprache erzählen"
heißt die Reihe aus der Edition Seeigel, mit der Ute Kleeberg und ihre Mitarbeiter
ein paar wirklich schöne CDs realisiert haben.
So zum Beispiel "Der kleine Muck": Erzähler Oliver Reinhard ist ganz offensichtlich
selbst ganz begeistert von der Geschichte, die er da vor dem Hörer ausbreitet.
Voller Fabulierlust moduliert er seine Stimme, hält sich sogar zeitweise
die Nase zu. Die Geschichte vom kleinen Muck, der von den Kindern verlacht
wird, dessen Geschichte aber zur Erklärung seiner merkwürdigen Gestalt beiträgt,
kennt fast jedes Kind.
Was diese Edition aber zu etwas besonderem macht, sind die klassischen Stücke,
die die Erzählungen durchweben. Da machen auch die Erwachsenen, selbst wenn
sie was von E-Musik verstehen, noch echte Entdeckungen. Besonders die Stücke
von Casterede im "Kleinen Muck" sind von einer besonderen Eindrücklichkeit
und so etwas wie das Leitmotiv der ersten Hälfte der CD. Aber auch Philipp
Glass, den selbst Klassik-Banausen als Komponisten einiger Stücke der "Truman-Show"
kennen, kommt mit interessanten Tönen zur Geltung.
Alle Musik aber ordnet sich famos den Texten unter, es bildet sich eine
homogene Mischung, die viel Atmosphäre und Raum für Phantasie zulässt.
Fazit: Mit den CDs dieser Reihe kann man nichts falsch machen - aber Leute
in jedem Alter für mindestens eine Stunde glücklich.
Tina Manske
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Verlegt bei
Edition
Seeigel
Literaturkritiken.de, Juli 2003
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