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Kalbs Schweigen
Alexander Gorkow
Verstummte
Medienkritik: Der Roman des SZ-Redakteurs scheitert auf eher mittlerem Niveau.
> ausführliche Kritik >
Das Buch
Der bekannte Fernseh- und Talkshowmoderator Joseph Kalb verliert während
seiner Livesendung die Sprache. Nicht sein Gehirn, aber seine Sprachmuskeln
sind wie gelähmt, mit Mühe schafft Kalb ein letztes "Mmmh". Mehr gibt es
nicht mehr. Die Wörter sind sozusagen alle.
Die Gründe für seine plötzliche Sprachlosigkeit sind Kalb halb bewusst,
halb schleierhaft. Klar ist ihm, dass er gern oft geschwiegen hätte, nicht
klar ist ihm, wieso sich dieser unterbewusste Wunsch derart auf seine Motorik
auswirkt.
Kalb lernt, mit seinem Schweigen recht vorteilhaft zu leben, allerdings
in einer hühnerhaft aufgeregten Gesellschaft aus öffentlicher Privatheit
und privater Öffentlichkeit, die nichts weniger duldet als das Verstummen
eines ihrer Protagonisten. Der stille Kalb findet sich wieder in einem immer
lauter werdenden Konzert, das seine Mitstreiter, Kollegen, seine Freunde
und seine Familie um ihn herum aufführen. Teils, um ihn zum Reden zu bringen,
teils, weil sie noch nicht gelernt haben zu schweigen.
Der Autor
Alexander Gorkow, 1966 in Düsseldorf geboren, studierte Germanistik, Mediävistik
und Philosophie; seit 1993 bei der Süddeutschen Zeitung, zunächst als politischer
Reporter, dann als Leiter der Medienseite; heute leitet er die Wochenendbeilage
der SZ Kalbs Schweigen ist sein erster Roman.
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