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Jeffrey Anderson: Die Erben der Schöpfung
Umschlagtext
 Gefährliche
Genexperimente und Wissenschaftler, die keine Grenzen kennen.
Jamie Kendrick ist Verhaltensforscherin und arbeitet im brasilianischen
Dschungel. Beim morgendlichen Jogging entdeckt sie eines Tages eine
Anlage, in der Schimpansen gehalten werden. Jamie ist völlig
fasziniert von den Tieren, deren Intelligenz das Übliche offensichtlich
weit übertrifft. Als der Leiter der Anlage, der Genetiker Dr.
Nakamura, Jamie engagieren möchte, sagt sie sofort zu. Jamie
weiß, dass Nakamura Stammzellenforschung betreibt. Aber wie
weit Nakamuras Experimente wirklich gehen, kann sie sich nicht einmal
in ihren kühnsten Träumen vorstellen.
"Der beste Wissenschaftsthriller, den ich je gelesen habe."
Michael
Shermer
Die Verhaltensforscherin Jamie Kendrick ist Mitarbeiterin in einem
Forschungsprogramm im brasilianischen Amazonasgebiet. Beim morgendlichen
Waldlauf entdeckt sie zufällig einen eingezäunten Bereich.
Offensichtlich handelt es sich um den Laborkomplex der Firma
BrainStam Engineering. Neugierig geworden, dringt Jamie auf das
Gelände ein, wo sei einen Schimpansen in einem Gehege beobachtet.
Zu Jamies Verwunderung zeigt das Tier Verhaltensweisen, die weit über
die Intelligenz und die Lernfähigkeit seiner Art hinausreichen.
Aber Jamies Eindringen ist nicht unbemerkt geblieben. Vom Sicherheitsdienst
wird die Forscherin zum Leiter der Einrichtung, dem Genetiker
Dr. Kenji Nakamura, gebracht, der sie zu ihrer großen Überraschung
für sein Labor engagieren möchte. Da Jamie von dem
Verhalten des Affen fasziniert ist, sagt sie ohne lange zu überlegen
zu. Jamie und der größte Teil ihrer Kollegen glauben,
dass Nakamura Stammzellenforschung betreibt. Wie weit die Versuche
des Genetikers tatsächlich gehen, weiß aber kaum jemand.
Und auch nicht, dass Nakamuras Partnerin, die ambitionierte Ärztin
Dr. Kathryn Batori, ohne sein Wissen an einem neuen Projekt arbeitet,
einem Projekt, das ihr völlig zu entgleiten droht.
Jeffrey Anderson, Dr. med. und Dr. phil., ist Neuroradiologe
an der Universität von Utah und veröffentlicht seine Forschungsergebnisse
in den führenden amerikanischen Fachzeitschriften wie "Science", "Nature
Neuroscience" und "Neuron". Mit seinem ersten
Roman, dem Wissenschaftsthriller "Der schlafende Tod" gelang
ihm ein grandioses Debüt.
Leseprobe
Der Affe lief zu seinem Baumstamm zurück, kletterte hinauf
und packte den Zweig, an dem die Farnwedel wuchsen, die er haben
wollte. Mit einer Hand drückte er den Zweig gegen den glatten
Stein, ehe er den keilförmigen in die andere Hand nahm und
mit der scharfen Kante den Zweig zwischen den beiden Steinen zu
zerquetschen begann. Schon bald war der Zweig ganz zerfasert und
ergab sich den heftigen Attacken.
Triumphierend warf der Affe die Steine beiseite und griff nach
dem Zweig, der zur Erde gefallen war. Dann riss er die Farnwedel
ab und legte sie auf die drei Steintürme, wo sie sich perfekt
zu einer fragilen Plattform fügten.
Jamie schlich näher und beobachtete das Ganze hinter einem
Gebüsch aus mehreren Farnen neben einem großen Baum.
Der Schimpanse lief auf die andere Seite der Lichtung und sammelte
vier Passionsblumen, die er anschließend auf die provisorische
Plattform steckte. Die Sonne schien wie ein Suchscheinwerfer durch
die Lichtung auf die violetten Blüten. Jamie musste zugeben,
dass das Resultat verblüffend war.
Als der Schimpanse seinen Schrein - denn was hätte es sonst
sein sollen? - fertig hatte, kreischte er nach seiner Mutter. Sowie
er sie erblickt hatte, lief er hinüber, packte ihren kräftigen
Arm und führte sie zu seinem Werk, indem er mit der freien
Hand winkte und zu der Plattform zeigte. Die Mutter sah die Blüten,
begriff offenbar, dass die Beute ihres Jungen nicht essbar war,
und zeigte wenig Interesse. Trotzdem bewunderte der Kleine weiter
seine Konstruktion.
Jamie richtete sich auf, um besser hinter dem Baum am Rand der
Lichtung hervorspähen zu können. Der junge Schimpanse
zuckte zusammen und sah sie direkt an.
Jamie und der Affe fixierten sich. Sie wollte eigentlich davonlaufen,
doch sie konnte nicht. Sie konnte nicht einmal atmen, sondern nur
den erstaunlichen Schimpansen anstarren.
Er hielt ihrem Blick eine Weile stand und wirkte dabei weder erschrocken
noch beeindruckt. Dann hob er einen Arm, krümmte die Finger
und winkte die verblüffte Jamie einfach zu sich her.
Ihre Angst war geringer als ihr Erstaunen, und so trat sie zögerlich
auf die Lichtung hinaus.
Der Schimpanse machte keinerlei Anstalten, sich ihr zu nähern,
sondern griff nach unten und hob einen abgebrochenen Stock auf.
Er trat einen Schritt zur Seite, wischte mit dem Unterarm ein Stück
Erde frei und begann, mit dem Stock etwas in das hell beleuchtete
Erdreich einzuritzen, Schließlich trat er ein wenig zurück
und winkte Jamie noch einmal zu sich her. Sie gehorchte und trat
näher heran, bis sie das Stück Erdreich sehen konnte.
In großen Blockbuchstaben, die zu ihr gerichtet waren und
für den Schimpansen auf dem Kopf standen, stand dort geschrieben:
WER BIN ICH
Leseprobe:
Goldmann
Wenn man "Jeffrey Andersons" Wissenschaftsthriller "Die
Erben der Schöpfung" gelesen hat, dann scheint der SF-Film "Planet
der Affen" gar nicht mehr so unrealistisch zu sein. Schimpansen
sind stärker als jeder Mensch. Schimpansen sind schneller
als jeder Mensch. Was ist, wenn Schimpansen durch gentechnische
Veränderungen genauso intelligent wie Menschen, oder sogar
noch intelligenter gemacht werden können? Dann hätte
kein Mensch mehr eine Chance gegen sie. Die mickrigen 10 Prozent,
die unser Erbgut sich von dem ihren unterscheidet, wären damit
hinfällig. Sie meinen, das geht nicht? Wirklich? Wissen Sie,
was in den Laboren dieser Welt vor sich geht? Wissen Sie, wie weit
die Wissenschaftler tatsächlich mit transgenen Geschöpfen,
wie den in diesem Thriller beschriebenen Schimpansen, sind? Sie
meinen, da gibt es ethische oder moralische Bedenken? Wenn etwas
machbar ist, haben Wissenschaftler das dann schon immer mit Leidenschaft
gemacht. Denn Wissenschaft ist schließlich etwas Neutrales.
Erst die anderen, die Nicht-Wissenschaftler, machen aus den Ergebnissen
dann etwas Schlechtes oder etwas Gutes. Da unterscheiden sich die
Wissenschaftler in diesem unglaublich spannende Thriller nicht
von den tatsächlichen.
Doch die Perspektiven, die "Jeffrey Anderson" in "Die
Erben der Schöpfung" eröffnet, gehen noch viel weiter.
So weit, dass man sich im Laufe der 414 Seiten immer mehr fragt,
wie viel davon der wissenschaftlichen Fantasie des Autors entsprungen
ist, und wie viel von den beunruhigenden Schlussfolgerungen wohl
der Wahrheit entsprechen. Schließlich ist "Jeffrey Anderson" ein
Dr. med. und ein Dr. phil. und hat damit vermutlich einen viel
tieferen Einblick in den Fortschritt der Wissenschaft auf dem Gebiet
der Gentechnik und der Stammzellenforschung als jeder andere. Und
das macht den Thriller "Die Erben der Schöpfung" so
besonders atemberaubend und unglaublich spannend. Ich hab jedenfalls
mit dem Lesen nicht mehr aufhören können und das Buch
mit feuchten Händen und vor lauter Herzklopfen roten Wangen
in zwei Tagen ausgelesen. Und habe danach noch beunruhigter als
zuvor dagesessen, denn "Jeffrey Anderson" liefert dem
Leser ein Ende, das in seiner Entsetzlichkeit einem Horror-Roman
gut zu Gesicht stehen würde.
Fazit: In "Die Erben der Schöpfung" beweist "Jeffrey
Anderson", dass Wissenschaft und ihre unglaublichen Ergebnisse
auf dem Gebiet der Gentechnik und Stammzellenforschung spannender
und aufregender und atemberaubender sind, als jeder normale Thriller. Julia Edenhofer
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Julia
Edenhofer für Literaturkritiken.de, 08.07.07
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