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Wo komm' ich her? Wo geh' ich hin? Was soll ich hier?
Über Lebenssinn, Schicksal und Reinkarnation
Robert Theodor Betz
Hörbuch-Kritik
Hat
dieses Leben überhaupt einen Sinn? Jeder stellt sich diese Frage mindestens
einmal. Ist man aber soweit, dass man diese Frage stellt, ist man schon
einen gewaltigen Schritt weiter, denn die Antwort hat man schon in sich.
Das jedenfalls sagt Robert T. Betz. In seinem Vortrag "Wo komm ich her?
Wo geh ich hin?" versucht der Diplompsychologe seine Zuhörer zum Fragen
zu bewegen. Es handelt sich um die Live-Aufzeichnung eines Vortrags. Darüber
hinaus bietet er Übungs-CDs an, aber auch Workshops.
Wer sich mit esoterischen Fragestellungen bereits beschäftigt hat, wird
natürlich sehr viel davon in den Vorträgen von Betz wiederfinden. Die Stärke
der CD liegt auch nicht in ihrem Inhalt, obwohl er Hand und Fuß hat. Was
Betz wirklich ausmacht, ist, wie er seine Inhalte an den Mann und die Frau
bringt, ist seine Nähe zum Alltag seiner Zuhörer (deren Reaktionen man durch
die Live-Aufnahme auch hört, was das Ganze sehr viel intensiver macht) und
das Herzblut, dass er in seine Vorträge fließen lässt. Man könnte es auch
ganz unkitschig Liebe nennen.
Der Text auf der Rückseite der Hülle lügt nicht, wenn er verspricht, dass
die CD Mut macht - das macht sie tatsächlich. Und zwar auch denen, die bisher
mit Esoterik und Selbstfindung nicht so sehr viel am Hut hatten.
Man kann Betz bei seinen Vorträgen regelrecht lächeln hören, und was uns
manchmal zur Weißglut bringt, er versteht es mit Humor zu nehmen, Zitat:
"Auch meine Mutter glaubte noch, dass man sich den Himmel verdienen muss:
‚Zähne zusammenbeißen, durchhalten, Schnauze halten, da oben wirst du dann
belohnt!'" Die meisten von uns, besonders wenn sie aus dem pietistischen
Schwabenland kommen, erinnern sich an solche Sätze aus der Kindheit.
Seiner eigenen Aussage nach war Betz früher selbst von der Manager-Krankheit
betroffen, alles nur mit dem Hirn zu entscheiden. Bis er die Fähigkeiten
und die Wünsche seines Herzens ernst zu nehmen begann. Denn: Das Gehirn
speichert nur, was schon vorbei ist, was wir ihm schon verfüttert haben.
Aus dem Herzen jedoch kann man unendlich schöpfen.
Die Hauptaussage der CD variiert daher einen Satz von Antoine de Saint-Exupery:
"Man sieht nur mit dem Herzen gut." Erst
wenn man sich zu fragen getraut, was das eigene Herz "zum Singen" bringt,
kann man daran gehen, es zu bekommen. Das Hören dieser CD kann der erste
wichtige Schritt sein.
Tina Manske
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Umschlagtext
Literaturkritiken.de, April 2003 | |
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