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Warte, bis es dunkel ist
Eine Liebeserklärung ans Kino
Michael Althen
Das
Buch
"Warte, bis es dunkel ist" nimmt uns mit auf eine Reise durch unser
Leben, durch die Hoffnungen, Träume und Wünsche von Generationen.
Ausgangspunkt der Betrachtungen sind die Filme, die uns all die Jahre
begleitet, die uns begeistert und bewegt, die Filmstars, die unseren
Sehnsüchten einen Spiegel vorgehalten haben. Und auch wenn Filme nicht
unser Leben sind, so waren sie doch eine wunderbare Alternative zu
dem, was wir für unser Leben halten. Hinreißend schreibt Michael Althen,
einer der profiliertesten Filmkritiker des Landes, über die Magie
des Kinos und zeigt uns deutlich, dass es kaum Schöneres gibt, als
sich von Filmen den Kopf verdrehen zu lassen.
"Das Kino ist keine Wunschmaschine, sondern vor allem eine Folterbank. So
lange man jung ist, lässt es uns von all jenen Wünschen träumen, die wir
uns erfüllen können, wenn wir erst mal alt genug sind. Kaum ist man erwachsen,
schürt es die Sehnsucht nach einer Jugend, die wir so leider nie erlebt
haben. Im Kino ist man immer entweder zu alt oder zu jung, zu reich oder
zu arm - oder zu deutsch, um etwas amerikanisch zu sein oder auch nur französisch."
So schreibt der Autor, ein begeisterter Filmkenner, über den verwirrenden
Einfluss des Kinos auf unser Leben.
Was stellen wir eigentlich mit all den Geschichten an, denen wir dort im
Laufe des Lebens begegnen - und vor allem: Was stellen sie mit uns an? Wie
intensiv schaut man sich Filme an, um dort praktische Anleitungen zu finden,
wie man sich zu kleiden und zu frisieren hat, wie man sich bewegen oder
was man sagen soll. Immer läuft es auf jene Augenblicke hinaus, die dem
identifikationssüchtigen Zuschauer einen Spiel vorhalten und seine Sehnsüchte
schüren: die gleichen Cowboystiefel wie Clint Eastwood, die gleiche Lederjacke
wie Tom Cruise, das Auto von James Bond, zumindest aber den Wodka Martini,
gerührt, nicht geschüttelt. In Filmen haben wir Frauen geliebt, denen wir
nie begegnet sind, haben Verbrechen begangen, von denen wir uns nie träumen
ließen. Wir haben das Kino für unser Leben gehalten und aus dem Alltag einen
Film gemacht. Der Autor zeigt, wie dieses Wunder immer und immer wieder
geschieht.
Michael Althen, 1962 in München geboren, lange Jahre Filmkritiker der Süddeutschen
Zeitung, jetzt Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Bücher über Dean Martin, Robert Mitchum, und Rock Hudson.
Sein Filmessay Das Kino bittet zu Tisch wurde mit einem Grimme-Preis
ausgezeichnet. Ebenso seine erste Zusammenarbeit mit Dominik Graf: Das
Wispern im Berg der Dinge. Gemeinsam drehten die beiden München -
Geheimnisse einer Stadt, der für den Deutschen Fernsehpreis nominiert
war. Er lebt in Berlin.
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