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Tanausu
Der letzte König der Kanaren
Harald Braem

TanausuBuch-Kritik
La Palma ist die grünste und vielleicht auch schönste der kanarischen Inseln. Wer sie einmal besucht hat, wird die Schönheit der Natur nicht mehr vergessen.
Auf dieser Perle siedelt Harald Braem seinen Roman an. Das Buch beginnt mit der packenden Schilderung des letzten Eroberungsfeldzuges der Spanier.
Eine Geschichte wird von einem Alten des Stammes erzählt; die Geschichte des letzen Versuches der Spanier die Insel zu erobern. Ein junger Krieger, der auf dem Seelenstein Wache hält, ist der Zuhörer des Alten.
Was zunächst wie Hirngespinste des Alten klingt, wird bald Realität, denn die Spanier landen wieder an der Küste und versuchen erneut die Insel zu erobern.
Was nun folgt ist teils recht blutrünstig und dennoch spannend erzählt. Nicht jeden Leser wird es erbauen detailliert zu lesen wie die Männer sich im Kampfe gegenseitig in Stücke schlagen. Mir jedenfalls hätten weniger blutrünstige Schilderungen gereicht.
Der Kampf tobt lange Zeit, weil die Guanchen sich einem uneinnehmbaren Bergkessel verschanzt haben. Erst als die Spanier zu einer List greifen und dem letzten Häuptling La Palmas, Tanausu, ein Friedensangebot unterbreiten wollen, wird die Schlacht gewonnen, denn das Friedensangebot ist ein Hinterhalt und Tanausu wird nach Spanien verschleppt.

Harald Braem ist ein dichter, historisch sehr genau recherchierter Roman gelungen. Die Perspektive wechselt zwischen dem jungen Krieger, den Spaniern und Domingo, einem jungen Geschichtsschreiber. Das ist ein kluger Schachzug, denn so gelingt es dem Autor das Grauen aus der Sicht eines scheinbar unbeteiligten und stellenweise nahezu ohnmächtigen Beobachters zu schildern.
Interessant ist, dass der Name Tanausu (sprich Tannaßu) auf La Palma derartig beliebt ist, dass noch heute viele Kinder den Namen des Häuptlings tragen.
Thomas Maiwald

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