Das Buch  Leseprobe  Einschätzung

Rot ist mein Name
Orhan Pamuk

Orhan Pamuk: Rot ist mein NameDas Buch
Es ist das Jahr 1591, und die Handlung entwickelt sich während neun Tagen in einem Instanbul, das der Schnee bedeckt. Als erster spricht zu uns ein Toter aus der Tiefe eines Brunnens. Er kennt seinen Mörder, und er glaubt, auch das Motiv für den Mord zu kennen: Es gibt einen Komplott gegen das gesamte Osmanische Reich, seine Religion, seine Kultur und seine Traditionen.
Und darin verwickelt sind die Buchmaler, die Kollegen des Ermordeten. Sie sind beauftragt, für den Sultan zehn Buchblätter zu bemalen, die zum islamischen Jahr eintausend dem venezianischen Dogen überbracht werden sollen - als Demonstration der osmanischen Macht und Herrlichkeit.

Der Auftrag widerspricht dem Bilderverbot des Islam, die Einführung der Perspektive ist gotteslästerlich: Nicht aus der Sicht des Menschen dürfen die Dinge dargestellt werden, sondern aus der Gottes, jenseits von Zeit und Raum.

Zu Wort melden sich aber auch der Liebende, der zwölf Jahre lang auf die schöne Seküre warten musste, der Vater der Liebsten, der mit einer geheimen und gefährlichen Mission aus dem Abendland zurückgekehrt ist, der Maler namens Olive, der Maler namens Storch, der Maler namens Schmetterling ...
Und auch manche der Objekte, die auf den zehn Bildern dargestellt sind, so der Hund, das Pferd, die Farbe Rot, äußern sich zum Geschehen, ebenso wie der Mörder, der den Leser bis zum Schluss zum Narren hält und dessen Identität sich aus einem bestimmten Detail auf einem der Bilder erschließen lässt.

In Pamuks Roman, auf den ersten Blick ein farbenprächtiges orientalisches Märchen, geht es um die jahrhundertealte Frage nach der Stellung der Türkei zwischen Orient und Okzident.
Als historischer Krimi verkleidet, verweist er auf ganz und gar aktuelle politische Bezüge.

Orhan Pamuk, 1952 in Istanbul geboren, studierte Architektur und Journalismus und lebte mehrere Jahre in New York.
Für seine Romane erhielt er 1990 den Independent Foreign Fiction Award und 1991 den Prix de la découverte européenne.

Auf Deutsch erschienen: Die weiße Festung (1990) und bei Hanser Das schwarze Buch (1995) und Das neue Leben (1998).
Pamuk lebt in Istanbul.

"Orhan Pamuk schreibt Romane, die wie ein großes Haushaltsbuch der Türkei sind. Die Menschen sind darin verzeichnet und ihre Berufe, die Wesire des sechzehnten Jahrhunderts und die Buslinien nach Anatolien, die immer wieder erneuerten politischen Verschwörungen gegen den Westen und die Wege der Störche auf ihrer Wanderung nach Norden.
Im Handumdrehen gelangt man nun aus dem Abendland in den Orient, aus dem sechzehnten ins zwanzigste Jahrhundert und wieder zurück.

Orhan Pamuk hat die Türkei, die große Stadt Istanbul genauso wie die Tankstellen von Anatolien, zu Landschaften der Weltliteratur gemacht. Die Türkei mag noch nicht ganz in Europa angekommen sein - Orhan Pamuk ist es längst. Wir sehen ihn am Anfang eines großen Ruhms."
Thomas Steinfeld

Orhan Pamuk: Rot ist mein Name Button Bestellen
Bestellen bei "Amazon.de"

Lesen Sie auch
Leseprobe
Einschätzung

 Button Links
Verlegt bei Hanser
Werbung
 Einkaufen bei: Amazon.de
 
 
 
Werbung
Copyright Texte und Bilder 2001 - 2007 Literaturkritiken.de oder Lizenzgeber, falls angegeben.
Lesen Sie auch:
FilmHai.de: Film, DVD, Kinostarts und Filmstarts