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Reisebuch für den Menschenfeind
Die Freuden der Misantrophie
Friedrich-Karl Praetorius
Das
Buch
Es geht mir jetzt oft so auf der Reise, dass ich beim Anblick alter
Städte das Gefühl habe, dass die damaligen Menschen im Gegensatz zu
den heutigen Geschmack hatten, Sinn für Antikes, ein Menschenbild
oder ein Vorstellung vom Menschen, die sich in keinem Punkt mit dem
Menschenbild berührt, das die an diesen Altertümern entlangströmende
Masse unserer heutigen Menschen darbietet.
"Kann man die Gedanken eines Krokodils lesen, wenn man ihm lange genug in
die Augen schaut? Meine Antwort: ja. So viel zu der Ausdauer, die man benötigt,
um herauszufinden, was an der Region zwischen Belfort, Apinal und Vesoul
schön sein soll."
Wohin auch immer es den quirligen Schauspieler und Erzähler Praetorius verschlägt,
immer findet er Haare in den Suppen. Ob ihm im Züricher Hauptbahnhof auffallend
blasse Schweizer in Kampfanzügen begegnen, ob er auf den Malediven von einem
Tauchlehrer, den er noch nie gesehen hat, geduzt wird, ob er im Frankenland
einen zu groß geratenen Kloß zu sich nimmt ("Das, womit andere Völker werfen,
wird hier gegessen") oder zur Hauptstadtfrage schlicht festzuhalten genötigt
ist: "Bonn muss Kanzler bleiben" - nirgendwo auf Gottes weitem Erdboden
ist der Menschenfeind wirklich zufrieden, immer bleibt er sich selbst und
anderen fremd.
Friedrich-Karl Praetorius, geboren 1952 in Hamburg, hat als Schauspieler
an vielen bekannten Theatern gespielt. Als Schriftsteller tritt er 1993
erstmals mit "Liebe Carmen ", einer Sammlung von Liebesbriefen an eine ferne
Frau, sowie mit dem "Reisebuch für den Menschenfeind" in Erscheinung. Friedrich-Karl
Praetorius lebt in Frankfurt am Main.
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