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Die Reise nach Trulala
Wladimir Kaminer
Das
Buch
Reisen, so heißt es, bildet. Über Reisen zu schreiben bildet auch:
die Daheimgebliebenen, die von der weiten Welt nur zu träumen wagen.
Wladimir Kaminer selbst zog es schon immer in die Fremde, denn, wie er sagt:
"Da, wo ich herkomme, ist das Leben zum Leben ungeeignet. " Das mag sein
Onkel Boris während der vielen Jahre seiner Verbannung in Kasachstan ähnlich
gesehen haben. Er kann es daher kaum fassen, dass er später als Held der
Arbeit Russland für ein paar Tage verlassen und nach Paris fliegen darf,
in die Stadt der Liebe und des Eiffelturms, der verwinkelten Gassen und
überfüllten Touristenbusse. Aber die sowjetische Regierung hat dafür gesorgt,
dass Onkel Boris nicht auf dumme Gedanken kommt, und bald reibt dieser sich
die Augen über das, was ihn in der Metropole erwartet.
Die Augen reiben sich auch zwei Touristen aus Berlin, als sie auf der Krim
auf die angesengten Stiefel des im Krieg über der Halbinsel abgeschossenen
Joseph Beuys stoßen. Und die Stiefel sind nicht das Einzige, was noch Jahrzehnte
nach dem Absturz an Beuys' Zeit in Russland erinnert ...
Von diesen und anderen verrückten Reisen in alle Welt erzählt Wladimir Kaminer
in diesem Buch und von Abenteuern, die selbst den unerschrockensten Lesern
den Atem verschlagen werden.
Ob in den entlegensten Winkeln der Welt oder in den Straßen der Metropolen,
überall lauert das Unerwartete. Und wer wüsste mitreißender davon zu erzählen
als Wladimir Kaminer, der die Leser auf abenteuerliche Reisen nach Sibirien
und Dänemark, Moskau und Paris entführt ...
Martin zeigte uns seine Reiseroute auf der Karte: Über Polen nach Weißrussland
sollte es gehen, dann durch das ganze Land Richtung Ural bis Sibirien. Die
Autobahn wollte er meiden und stattdessen auf Landstraßen von einem Dorf
zum anderen radeln. Auf diese Weise käme er besser mit der Bevölkerung in
Kontakt. Dazu bräuchte er jedoch mindestens minimale Russischkenntnisse.
"Wie heißt es auf Russisch: 'Gnädige Frau, darf ich bei Ihnen übernachten?'",
fragte er mich. Außerdem wollte er wissen, wie man bei uns "Ich komme als
Freund" und "Ich bin hungrig" sagt. Ich war mir ziemlich sicher, dass seine
Reise im ersten Dorf hinter der Grenze ein schreckliches Ende finden würde.
Natürlich würden sie ihn umbringen, allein um der sozialen Gerechtigkeit
willen. Wir mussten ihm helfen ...
"Es gibt drei Arten, die Welt zu sehen: die optimistische, die pessimistische
und die von Wladimir Kaminer."
Frankfurter Rundschau
"Falls es noch eines Beweises bedarf, dass wahres Leben besser unterhält
als alle Fantasie, Wladimir Kaminer ist sein jüngster Erbringer."
Die Welt
Wladimir Kaminer, 1967 in Moskau geboren, studierte Theaterwissenschaften,
bevor er vor zwölf Jahren ein Zugticket nach Berlin löste, wo er bis heute
lebt. Er schreibt für verschiedene Tageszeitungen, hat eine eigene Radiosendung,
eine Rubrik im ZDF-Morgenmagazin und organisiert im Kaffee Burger Veranstaltungen
wie seine inzwischen berüchtigte "Russendisko". Mit der gleichnamigen Erzählsammlung
sowie dem Roman "Militärmusik" avancierte das Multitalent Kaminer zu einem
der beliebtesten und gefragtesten zeitgenössischen Autoren in Deutschland.
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