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Die Möwe Jonathan
Richard Bach
Das
also ist das himmlische Paradies, dachte er amüsiert. Seine Empfindungen
waren nicht besonders ehrerbietig, wo er doch anscheinend gerade in den
Himmel kam.
Während er in enger Flugformation mit den zwei strahlenden Möwen über die
Wolken aufstieg, begann auch sein Gefieder so hell zu strahlen wie das ihre.
Immer hatte hinter den goldenen Augen unwandelbar jung die Möwe Jonathan
existiert, und sie lebte weiter, nur die äußere Form verwandelte sich.
Es schien der vertraute Körper zu sein, doch Jonathan flog besser und leichter
als je zuvor Ich werde mit halber Kraft zweifache Geschwindigkeit erreichen,
dachte er, werde die Leistungen meiner besten Erdentage verdoppeln.
Sein Gefieder leuchtete jetzt ganz weiß, und seine Schwingen schimmerten
glatt und vollendet wie poliertes Silber Voller Freude erprobte er sie und
ließ seine Kraft in diese neuen Flügel einströmen. Bei vierhundert Stundenkilometern
spürte er, dass er sich seiner Höchstgeschwindigkeit im Horizontalflug näherte.
Bei vierhundertfünfzig hatte er das äußerste erreicht und war fast etwas
enttäuscht. Auch dieser neue Körper war also in seinen Möglichkeiten eingeschränkt.
Er hatte zwar seinen früheren Weltrekord überboten, doch immer noch gab
es eine Grenze, die ihn zu großen Anstrengungen herausforderte. Im Himmel,
dachte er, im Himmel sollte es keine Beschränkungen mehr geben.
Ullstein
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