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Lexikon der Städtebeschimpfungen
Boshafte Berichte und Schmähungen von Aachen bis Zürich
Walter und Eva Krämer
Athen
"Ein Beispiel mediterraner Sommeröde."
Wolfgang Koeppen (1906 - 1996)
Düsseldorf
"In der Sprache der Düsseldorfer merkt man schon das Froschgequake der holländischen
Sümpfe."
Heinrich Heine (1797 - 1856)
Hagen
"Schon lange ist bekannt, dass kein vernünftiger Mensch längere Zeit in
Hagen leben kann. Traditionell verlasen denn auch gebürtige Hagener mit
dem Erreichen des 18. Lebensjahres fluchtartig das dunkle Loch Westfalens.
Dies wird jetzt durch die Freizeitillustrierte Stern bestätigt, die in ihrer
neuen Ausgabe berichtet, dass in Hagen im Vergleich zu Städten mit über
200.000 Einwohnern die wenigsten Kriminaldelikte angezeigt werden. Als ödester
Ort Deutschlands ist Hagen selbst für Kriminelle zu unattraktiv."
"Die Tageszeitung"
Innsbruck
"Eine ungewöhnliche, blöde Stadt. Vielleicht mag sie im Winter etwas geistiger
und behaglicher aussehen, wenn die hohen Berge, wovon sie eingeschlossen,
mit Schnee bedeckt sind, und die Lawinen dröhnen und überall das Eis kracht
und blitzt.
Heinrich Heine (1797 - 1856)
Heidelberg
"Eben geht die katholische Kirche neben mir an; die Leute fangen zu singen
an; wenn ich Musik höre, kann ich nicht schreiben; darum brech ich jetzt
ab. Beiläufig gesagt, so grenzt mein Logis rechts an das Irrenhaus und links
an die katholische Kirche, dass ich wahrscheinlich im Zweifel bin, ob man
verrückt oder ob man katholisch werden sollte ..."
Robert Schumann (1810 - 1856)
Konstanz
"Klein und schlecht gebaut."
Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)
Papenburg
"Ein Aufenthalt für Harpyen und Stymphaliden. Sandberge, Heideplätze wechseln
ab mit Morästen und Brüchen. Es war ein deutsches Sibirien, wo die Natur
mit einem Seitenblick vorüberging, als sie ihre Schätze über die Erde aussäte,
und endlich eine Hand voll Buchweizensaamen mitleidig zur Seite warf. Der
luxurirende Boden, der durch seinen bunten Teppich und wogenden Saatfelder
alle lebendigen Wesen mit Freude und Frohsinn erfüllt, ist hier mit einem
Trauerflor überworfen, auf welchem die nährigen Haidebienen den einzelnen
Blümchen die letzte Kraft rauben, und den magern Kühen die verdorrten Stengel
überlassen. (...) Was das Herz erfreuet, und Lust zum Leben erzeugt, ist
fern von diesen Grenzen. Dürftigkeit deckt die Mittagstafel, und Armuth
den Abendtisch. (...) Wenig denkend und wenig empfindend wandert der arme
Sterbliche über die Steppen dahin; sein Blick spricht Gleichgültigkeit."
J. G. Hoche (1765 - 1836)
Paris
"Die bevölkerte Einsamkeit"
Rene Descartes (1596 - 1650)
Eichborn
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