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Der Körper des Salamanders
Erzählungen
Julia Schoch

 Körper des Salamanders Das Buch
Der Erzählband "Der Körper des Salamanders" führt den Leser in unbekannte Gegenden des östlichen Europas. Nachdenklich, atmosphärisch und mit leichtem Humor unterlegt sind die Geschichten, die verschiedene menschliche Einzelschicksale - Grenzerfahrungen, Erinnerungen, Träume und Abgründe - wiedergeben.

So beispielsweise "Herr Quanitschek will fliegen":
Im modernen Cafebetrieb werden die Ober-Tugenden "Geschmeidigkeit und Rhythmus" des alten Herrn nur als störend empfunden. Dass er seine Anstellung verliert, bedauert er nicht lange - sein Lebenstraum ist ohnehin ein anderer: Er will ein Flugzeug bauen um damit "eine Gemeinde weit im Osten hinter der Seenplatte" anzufliegen. Er hat gelesen, dass dort Spielabende stattfinden, an denen man sich Reiseberichte erzählt.
Also werkelt er in seinem Dachzimmer herum, studiert Landkarten, ermittelt die idealen Startbedingungen für seinen Flug ("Während im Sommer vielerlei für Ablenkung sorgt, werde ich im Winter mit Herrn Slupko an der Seite gleich den Rauch aus dem Wirtshaus erkennen."). Seine Tochter und ihre Familie - bei der er in Untermiete wohnt - will er unterdessen nicht beunruhigen: "Quanti, hatte ich vor einiger Zeit schon gesagt, mach nicht die ganze Welt mit deinem Wegflug verrückt, sie werden besser drüber wegkommen, wenn sie nicht darauf vorbereitet sind." Am Ende der Geschichte wird er - für debil erklärt - in ein "Seniorenetablissement" gebracht. Daran, dass sein Flug stattfinden wird, glaubt er mehr denn je.

Da ist auch die Geschichte ("Schießübung") von dem "Mädchen" und dem blassen, grüblerischen "Soldaten", die sich auf einem Rummelplatz begegnen. Der Soldat verbringt dort seinen ersten freien Abend nach Monaten. In dem Moment als ihm sein Unteroffizier gegenübersteht, sieht er das Mädchen, lächelt und büßt die erforderliche Soldatenhaltung ein - und damit auch einen Teil seiner Ausgangszeit.
Nachdem er dem Mädchen am Schießstand zum Gewinn eines (leblos scheinenden) Vogels und einem Hasen verholfen hat, gehen sie zu ihr. Er spricht von einer gemeinsamen Paris-Reise, sie trinken Eierlikör am Kamin, hören Schallplatten. Als er sie plötzlich an sich drückt, erwacht der Vogel und schreit die beiden förmlich auseinander. Der geheimnisvolle Soldat ist verschwunden, als das Mädchen mit einem Schachspiel zurückkommt. Zuletzt interessierte er sich für die Pistole ihres Vaters und erspähte den Schlüssel zu ihrer Vitrine. Es bleibt offen, ob er noch lebt, als das Mädchen vergeblich versucht den Vogel aus seinem Käfig zu lassen. Der Soldat hat ihm den Namen "Sartre" gegeben.

Umschlagtext
Die eine träumt davon, in einer "geräuschlosen Unterwasserwelt" zu liegen, die andere bringt wagemutig auf nebeldichten Havelseen ihr Ruderboot zum Kentern. Zum Wasser haben Julia Schochs Figuren ein besonderes Verhältnis: Sie suchen sich selbst und loten ihre Grenzen aus. Das Wasser ist die Zeit, die Geschichte und die Erinnerung zugleich. Ihre klugen Heldinnen vertrauen auf ihre Fantasie. Unerschrocken liefern sie sich dem Zufall aus und erleben dabei ebenso verwegene wie poetische Momente.

"Der Auftritt der Erzählerin Julia Schoch ist ein Ereignis."
Die Welt

"In ihren Geschichten glückt es Julia Schoch, jenseits von Sentimentalität und Tiermystik ihren Heldinnen, die so wenige Worte über sich verlieren, Kontur zu verleihen. Dann wird glaubhaft, was sie an den Grenzen, in der Vergangenheit, im Osten suchen."
Süddeutsche Zeitung

Autorin
Julia Schoch, geboren 1974, unterrichtet französische Literatur an der Universität Potsdam. Sie hat in Potsdam, Paris und Bukarest Germanistik und Romanistik studiert. Nach einigen Beiträgen für Anthologien ist "Der Körper des Salamanders" ihre erste Veröffentlichung.

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