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Hundsnächte Reinhard Jirgl
Das
Buch
Deutschland in den neunziger Jahren, ein für den Abriss freigegebenes
Dorf im Niemandsland des ehemaligen Todesstreifens. Doch in den Ruinen
haust noch ein letzter Mensch, der sich schreiben dem Vergessen und
der Zeit widersetzt.
Im ehemaligen Grenzgebiet liegt ein schon zu DDR-Zeiten evakuiertes Dorf,
dessen Reste jetzt verschwinden sollen. Die Männer der Abrisskolonne, darunter
ein arbeitsloser Ingenieur, erfahren vor Ort, dass hier noch jemand haust:
ein Mann, der ununterbrochen schreibt. Für eine Nacht begibt sich der Ingenieur
in die Ruinen.
Und diese Nacht belebt das Niemandsland
mit Geschichten: von jenem Akademiker, der mit dem Beruf auch die soziale Stellung
verlor; von seiner Frau, die aus Lieblosigkeit in eine neue Existenz zu entkommen
hofft; und von einer anderen, die als Hure zu überleben sucht und wegen brisanter
Kenntnisse aus der Vergangenheit verfolgt wird. - Mit seiner Sprache, so furios
wie überraschend, gelingen Jirgl unvergessliche Bilder dafür, wie die Erinnerung
des Einzelnen und die Literatur sich dem kollektiven Vergessen widersetzen.
Reinhard Jirgl, 1954 in Berlin geboren. Ausbildung zum Elektromechaniker,
nach dem Studium der Elektronik Hochschulingenieur. Ab 1978 am Theater, seit 1996
freier Schriftsteller in Berlin. Bisher u.a. erschienen: "Mutter Vater Roman"
(1990), "Im offenen Meer" (1991), "Abschied von den Feinden" (1995), "Die atlantische
Mauer" (2000). Zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Alfred-Döblin-Preis, der
Berliner Literaturpreis und zuletzt der Joseph-Breitbach-Preis 1999.
Pressestimmen: "Jirgl hat einen atemberaubenden poetischen Entwurf gewagt, er
hat das Bild einer Gesellschaft, die im gleichen Maße dümmer wird, wie sie Wissen
ansammelt, die einen scheinbar unerschöpflichen Vorrat an Infantilität bereithält,
bis zur Kenntlichkeit verzerrt." Peter
Walther in der "tageszeitung" "Dies ist große Literatur."
Helmut Böttiger in der "Frankfurter
Rundschau"
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