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Grand Tour
oder die Nacht der großen Complication
Steffen Kopetzky
Das
Buch
April 1999. Eben hat sich der junge Leo Pardell um seine kargen Ersparnisse
betrügen lassen. Den vollmundig avisierten Aufenthalt in Buenos Aires
spielt er seiner Mutter und seiner Angebeteten jetzt einfach telefonisch
vor, und verdingt sich - bar jeder Schlafstätte oder Mittel - als
Aushilfs-Schlafwagenschaffner.
Auf seinen nächtlichen Reisen auf den Schienennetzen des Kontinents trifft
der bisher wenig weltgewandte Deutsche auf die merkwürdigsten Gestalten:
französische Schmuggler, bulgarische Verführungsspezialisten, korrupte Kontrolleure,
kluge Buchhändlerinnen, Brüsseler Bürokraten, melancholische englische Detektive,
reizende, russische Beischlafdiebinnen und viele, viele mehr.
Und dann kreuzt den Weg des ahnungslosen Pardell auch noch die mythische
Ziffer à Grand Complication 1924, die erste mechanische Armbanduhr mit Jahrtausend-Anzeige.
Genau die Uhr, der nicht nur der fanatische Uhrensammler Friedrich von Reichhausen
gerade wütend und verzweifelt nachjagt ...
Steffen Kopetzky gelingt das Kunststück, mit "Grand Tour" einen
Roman von barocker Fülle zu liefern, der immer von neuem die Themenkreise
Zeit, Zufall, Liebe, Reisen, Spiel, Freundschaft, Besessenheit, Aufstieg
und Verfall variiert und mit dessen beiden Hauptfiguren sich eine Bildungs-
und eine Verfallsgeschichte schicksalsträchtig kreuzen.
Steffen Kopetzky wurde 1971 geboren und lebt in Berlin. Nachdem er eine
gewisse Zeit als Schlafwagenschaffner gearbeitet hatte, veröffentlichte
er die beiden Bücher Uneigentliche Reise und Einbruch und Wahn. Neben einer
regelmäßigen Kolumne in der ZEIT schreibt er für den Rundfunk, verschiedene
überregionale Zeitungen und Zeitschriften und verfasst Theaterstücke und
Opernlibretti.
Steffen Kopetzky wurde bisher mit dem Preis des Landes Kärnten, dem Carolinenpreis
für Journalismus, dem Kurt-Magnus-Preis der ARD und dem Else-Lasker-Schüler-Preis
für Dramatik sowie zahlreichen Stipendien ausgezeichnet.
Zum ersten Mal spürte er das Aphrodisiakum des Abends vor einer Reise, das
Plänen, Spekulationen, Aussichten und Hoffnungen so günstig ist wie nichts
sonst. Am Abend auf Reisen zu gehen hat etwas unabweisbar Beglückendes,
man kann es sich eigentlich nicht recht erklären, aber da es anhält, vertraut
man irgendwann darauf und deutet das marineblaue Gestöber ferner Wolken
über dunkler belgischer Nordsee, leicht durchbrochen von stehenden Blitzen
von Orange und Rot, als ein Bild der Zuversicht, kurz vor dem Aufbruch.
"Steffen Kopetzkys neuer Roman ist ein ungemein unterhaltsames, komisches
und atemberaubend intelligentes geistiges Abenteuer."
Alberto Manguel
"Kopetzky ist ein Mann mit vielen Talenten: absurder Gedankenwitz, diagnostischer
Scharfsinn und literarisch kenntnisreich... unverschämt, aber toll."
Wilfried E. Schoeller
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