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Das Gedächtnis des Körpers
Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
Joachim Bauer
Das
Buch
Von der Allmacht der Gene ist die Rede, davon, dass sie uns unveränderbar
bestimmen. Mediziner, Biologen, Wissenschaftsjournalisten behaupten
dies und wir nicken folgsam und behaupten es auch. Wir sagen: "Es
liegt in den Genen", um klar zu machen, dass wir nichts dafür können,
dass "es" uns bestimmt.
Dem setzt der Verlag jetzt etwas entgegen, das Buch des Internisten und
Psychiaters Joachim Bauer, der schreibt: "Die Vorstellung, dass Gene auf
eine starr festgelegte Weise funktionieren und danach das gesamte Leben
programmieren, ist nicht zutreffend."
Auch Gene werden gesteuert, so die These des Buches, das sich auf neue Entdeckungen
und Beobachtungen auf dem Gebiet der neurobiologischen Forschung stützt.
Denn wir sind, was wir sind, nicht durch die Allmacht der Gene, sondern
sind das Produkt unserer Erfahrungen und Erlebnisse. Stress ist dabei ebenso
prägend wie beispielsweise Liebeskummer; Gefühle und zwischenmenschliche
Erfahrungen bewirken im Gehirn biologische Veränderungen. Bauer zeigt, wie
diese Erfahrungen und unsere Lebensstile Spuren in den genetischen Strukturen
unseres Körpers hinterlassen, denn alles, was wir lernen, erfahren und erleben,
"vollzieht sich im Zusammenhang mit zwischenmenschlichen Beziehungen."
Der Autor
Joachim Bauer, geboren 1951, war nach seinem Medizinstudium längere Zeit
in der molekularbiologischen Forschung tätig. Er ist Facharzt für Psychotherapeutische
Medizin, Internist und Psychiater.
Für seine Forschungsarbeiten erhielt er 1996 den renommierten Organon Forschungspreis.
Bauer hat am Universitätsklinikum Freiburg seit 1992 eine Professur für
Psychoneuroimmunologie inne. Er ist als Oberarzt in der Abteilung Psychosomatik
und Psychotherapeutische Medizin tätig.
Inhalt
1. Das Zusammenspiel von Genen und Umwelt: Wie aus einem Konzertflügel Musik
wird
2. Alltagssituationen und die Biologie des Körpers: Die Rolle der zwischenmenschlichen
Beziehung
3. Die Welt der Gene, und wie sie wirklich funktionieren
4. Wie Gene auf Stress reagieren
5. Die Entwicklung der individuellen Stressreaktion: Die biologischen Folgen
biografischer Erfahrungen
6. Synapsen, Nervenzell-Netzwerke, Lebensstile und zwischenmenschliche Beziehungen
7. Subjektive Erlebnismuster im Netzwerk Seele: Persönlichkeits-"Typen"
im Alltag
8. Umwelt und Neurobiologie am Beispiel einer Erkrankung: Die Depression
9. Körperliche Risiken von Stress und Depression: Auswirkungen auf Herzkrankheiten,
Herzinfarkt und Herztod
10. Körperliche Risiken von Stress und Depression: Immunabwehr und Tumorrisiko
11. "Blindflug" von Arzt und Patient? Was an der Behandlung mit Psychopharmaka
zu kritisieren ist
12. Schmerzerfahrung und Schmerzgedächtnis: Chronische Schmerzkrankheiten
"ohne Befund"
13. Effekte von Traumen auf Gene und Strukturen des Gehirns: Die posttraumatische
Belastungsstörung
14. Seelische und neurobiologische Folgen von Gewalt und Missbrauch bei
Kindern
15. Körperliche Spuren bei Problemen am Arbeitsplatz: Das Burnout-Syndrom
16. Psychotherapie: Ihre Auswirkungen auf die Seele und auf neurobiologische
Strukturen
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