|
  
Endmoränen
Monika Maron
Das
Buch
Das Ende des Sommers, lange als Zumutung empfunden, erlebt Johanna
seit einigen Jahren als Erleichterung. Die Hoffnung, mit der Zeitenwende
das wirkliche Leben erst zu beginnen, ist dem Gefühl gewichen, nichts
zu können, was die veränderte Welt braucht. Früher hat sie geheime
Botschaften in ihren Vor- und Nachworten und in überliefernswerten
Biografien versteckt, eine plötzlich überflüssige Fähigkeit, wie auch
die weltabgewandte Charakterfestigkeit von Achim, ihrem Mann, eine
überflüssige Tugend geworden ist.
Auf dem Land, in einer nordöstlichen Endmoränenlandschaft, versucht sie,
gleichsam in einem Panoramablick, ihren biografischen Standort zu bestimmen,
rückblickend, vergleichend und ratlos, was die vor ihr liegende Zeit angeht.
Johannas entschlossene und lebenskluge Freundin Elli benutzt das Wort Glück
seit langem nur in seinen trivialen Zusammenhängen. Die erfolgreiche Malerin
und Erbin eines Verwalterhauses Karoline Winter, vor jeder Flugreise in
Todesangst, verzweifelt am Verfassen ihres Testaments, weil sie keine Erben
hat. Christian, der alte Freund aus München, Lektor in einem Wissenschaftsverlag,
erlebt den Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Die Lebensentwürfe aller scheinen
erschöpft, und die Zeit vor ihnen ist noch lang.
Autorin
Monika Maron wurde 1941 in Berlin geboren. Nach dem Abitur arbeitete sie
ein Jahr als Fräserin in einem Industriebetrieb, studierte dann Theaterwissenschaften
und Kunstgeschichte und war nach dem Studienabschluss Regieassistentin beim
Fernsehen, später schrieb sie als Reporterin für die "Wochenpost". Seit
1976 freie Schriftstellerin, siedelte sie 1988 von Ost-Berlin in die Bundesrepublik
über, wohnte zunächst in Hamburg und lebt heute wieder in Berlin.
Bestellen
Bestellen
bei "Amazon.de"
Lesen Sie auch
Leseprobe
Einschätzung
Links
Verlegt bei
S. Fischer | |
|