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Einfach schlau sein,
einfach Frau sein
Erobern Sie ihn mit weiblichen Waffen
Laura Doyle
Buch-Kritik
Zunächst ist es nicht so einfach den verwirrten Knoten aus Esoterik,
Ratschlägen und Anti-Feminismus zu entwirren, denn manche Thesen klingen
im ersten Moment recht plausibel, doch eine leise Stimme sagt "da
stimmt was nicht".
Und ich begann das verwirrte Knäuel zu entdröseln.
Offen gesagt, hat die Autorin wohl einige Dinge kräftig falsch verstanden.
Ich habe ebenfalls das Buch "Männer sind
anders. Frauen auch." gelesen. Allerdings habe ich daraus nicht die
Lehren gezogen, die die Autorin daraus zog.
Vereinfacht gesagt besteht ihre Philosophie der diplomatischen Frauen darin,
dass eine Frau an ihren Mann glauben soll und ihn niemals kritisieren darf,
es sei denn ihr eigenes Leben, ihre Gesundheit oder das Leben bzw. die Gesundheit
ihrer Kinder seien bedroht.
In der Praxis soll die diplomatische Frau sich lieber einen schönen Nachmittag
im Dunkeln bei Kerzenlicht machen, wenn der Mann die Stromrechnung nicht
bezahlt hat, als ihm zu sagen, dass er vergessen hat die Stromrechnung zu
zahlen.
Der Mann soll durch das Verhalten der diplomatischen Frau einen heilsamen
Schock bekommen und beim nächsten Mal die Rechnung pünktlich bezahlen.
Die diplomatische Frau darf zwar mit ihren Freundinnen über die Schwächen
des Ehemannes reden, aber nie mit ihm selbst. Sie darf immer nur mit gutem
Beispiel vorangehen damit er seine Fehler selbst einsehen kann und sein
Verhalten ändern.
Eine Frau soll sich ganz darauf verlassen, dass der Mann alles tun wird
um sie und ihr Leben zu schützen und lebenswert zu machen und die Frau kann
dann ganz ihr Frausein leben.
Ich stimme mit der Autorin soweit überein, dass es Sinn macht, wenn Männer
und Frauen einem Rollenverhalten nachgehen, denn ein Mann wird nie eine
Frau werden und eine Frau nie ein Mann, wenn sie auch noch so intensiv das
Rollenverhalten des anderen Geschlechtes imitieren.
Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Mann als Beschützer und
Ernährer auftritt. Wenn eine Frau einen Haushalt führt und Kinder erzieht
ist das eine enorme Verantwortung. Doch sollte es andere Methoden der Anerkennung
geben, als das Frauen sich Männern gegenüber als Dummchen geben die den
Mund nicht aufmachen.
Männer sind in ihrer Wahrnehmung in der Regel weniger sensibel als Frauen
(laut meiner Beobachtung). Wieso sollte eine Frau ihrem Mann dann nicht
bei seiner Entwicklung helfen indem sie ihn auf Fehler aufmerksam macht?
Ist denn eine Beziehung nicht mehr eine Gemeinschaft in der sich beide Partner
entwickeln? Meiner Ansicht nach: JA.
Das Buch ist in sich nicht einmal komisch. Ich hatte vermutet das Buch sei
unfreiwillig komisch. Enttäuschung auf der ganzen Linie.
Thomas Maiwald
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