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Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär
Walter Moers

Die dreizehneinhalb Leben des Käptn BlaubärHörbuch-Kritik
Der wohl berühmteste und sympathischste Seebär aller Zeiten ist ja schon seit einiger Zeit in aller Munde; bei der „Sendung mit der Maus“ ist er Dauergast, mittlerweile zweifelt kaum noch einer daran, dass er das Zeug hat zu einem Klassiker wie Pippi Langstrumpf oder Biene Maja (allerdings unter völliger Missachtung der bei den Vorläufern teilweise so nervenden Moralisierung).
Nur zwangsläufig, dass das rundum tolle Buch jetzt auch als Hörspiel auf sage und schreibe 16 (!) CDs mit einer Laufzeit von über 18 Stunden zu haben ist.

So kann man bequem auf dem Sofa liegend und mit dem Kopfhörer die Gegenwart ausblendend auf die Reise gehen nach Zamonien und dabei so krude Gestalten kennen lernen wie die Zwergpiraten, Stollentrolle, Bollocks, Wolpertingerwelpen ("Inbegriff der Niedlichkeit"), Tratschwellen und natürlich den genialen Professor Dr. Abdul Nachtigaller, dessen "Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung" als Booklet den CDs beigegeben ist.
Darin kann man zum Beispiel nachlesen, welch große Gefahr der Aufenthalt auf einer "Gourmetica Insularis" darstellt – handelt es sich dabei doch um eine Fleisch fressende Pflanze, die die Form einer schlaraffenländischen Insel annimmt, um die Bewohner ein Jahr lang zu mästen und danach zu verschlingen. Fast hätte auch den Blaubären dieses Schicksal ereilt, gäbe es nicht die Vagabundierenden Rettungssaurier, die sich auf Rettungen in letzter Sekunde spezialisiert haben.

Wie muss man Walter Moers ob seiner sprühenden Fantasie bewundern und beneiden – immer wieder findet man sich fassungslos kopfschüttelnd und grinsend unter dem Kopfhörer wieder. Das Schöne an den Abenteuern ist, dass sie mehrschichtig zu lesen sind. Kinder können durchaus eine Menge Spaß daran haben; für Erwachsene mit etwas mehr Hintergrundwissen allerdings hat das Buch / die CD einen enormen Mehrwert – z. B. wenn man mit Vergnügen erfährt, dass einer der Rettungssaurier, mit dem Käpt’n Blaubär eine Weile Zamonien bereist, Deus ex Machina (kurz: Mac) heißt.

Eine ganz und gar empfehlenswerte Anschaffung also, diese CD-Edition, ebenso übrigens wie "Wilde Reise durch die Nacht" auf 4 CDs.
Gelesen werden die Geschichten jeweils von Dirk Bach, der ganz offensichtlich auch einen Heidenspaß dabei hatte, so sehr legt er sich ins Zeug. Seine Stimme und seine Modulation, der er immer wieder neue Facetten zu geben in der Lage ist, passt sehr gut zu den abstrusen Moersschen Ideen. Achtung: Hoher Suchtfaktor!
Tina Manske

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