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Aus Teufels Topf
Die neuen Risiken beim Essen
Hans-Ulrich Grimm
Buch-Kritik
Wie ein moderner Vertreter der Gebrüder Grimm tischt Hans-Ulrich Grimm
sein modernes Märchen vom Gift im Essen auf.
Gleich im ersten Kapitel darf Lauren Rudoph, ein amerikanisches Mädchen
an den Folgen eines Cheeseburgers sterben - dahingerafft von E.coli-Bakterien.
Die Gefahr können weder das hübsche Haus noch der Hochsicherheitstrakt,
in dem sie leben, nicht abwenden.
Aber nicht nur Bakterien, Zusatzstoffe und Konservierungsstoffe setzen uns
Menschen zu - auch tödliche Spritzmittel treiben im Buch ihr Unwesen. Wenn
man den Schilderungen von Ulrich Grimm Glauben schenken darf, dann hängen
wir Menschen längst am Tropf der Nahrungsmittel-Industrie, die wie eine
Krake die Welt umklammert. Wenige Multis kontrollieren was wir essen. Und
wie der stete Tropfen den Stein höhlt, so ist unser Schicksal längst besiegelt.
Mit diabolischer Genüsslichkeit demaskiert Ulrich Grimm die schöne Glitzerwelt
der Nahrungsmultis. Seine Reise führt ihn rund um die Welt. Überall findet
er mitreißende Schicksale von Menschen, die Opfer der Nahrungsmittel-Industrie
wurden. Nicht einmal das Südseeparadies ist laut Grimm noch sicher. Längst
haben Limonaden und Tütensuppen sich als Schlange ins Paradies eingeschlichen.
Die große Stärke des Buches ist, dass der Autor schonungslos Namen nennt.
Keiner der großen Konzerne kommt ungeschoren davon. Dafür verzichtet Hans-Ulrich
Grimm auf eine tiefergehende Berichterstattung. Er begnügt sich damit die
Fakten zu benennen sowie Skandale und Todesfälle aufzuzeigen. Je dramatischer
die Fälle klingen, desto besser.
Was in dem Buch zu kurz kommt ist der Aufruf zum Umdenken, oder für eine
gerechtere Verteilung von Geld und Nahrung. Hans-Ulrich Grimm legt den Schwerpunkt
auf die Skandale. Somit ergibt "Aus Teufels Topf - Die neuen Risiken beim
Essen" eine schnelle, einfache Lektüre.
Thomas Maiwald
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